Rückschau

Kolping Logo Claim RGB 150dpiWillkommen bei der Kolpingsfamilie Klettham

Liebe Brüder und Schwestern im Glauben. Es freut uns, dass so viele in dieser für manche surrealen Zeit, den Weg zu unserem heutigen Gebet in die Nacht gefunden haben.
Aber vielleicht hilft es, wenn wir uns den Gründonnerstag vor mehr als 2000 Jahren vor Augen führen und gemeinsam, wie die Jünger damals, durch die nächsten Tage gehen.

Denn auch für die Jünger muss die Zeit ab dem Palmsonntag surreal gewesen sein. Wurde Jesus noch am Palmsonntag willkommen geheißen und hat man am Gründonnerstag gemeinsam Abendmahl gefeiert, so muß es für die Jünger sehr verstörend gewesen sein, dass Jesus verhaftet, verurteilt und hingerichtet wurde.

So lasst uns diese Andacht beginnen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes - Amen

Gebet (Gotteslob 9,1)

Herr, unser Gott!
Wenn wir Angst haben,
dann lass uns nicht verzweifeln!
Wenn wir enttäuscht sind,
dann lass uns nicht bitter werden!
Wenn wir gefallen sind,
dann lass uns nicht liegen bleiben!
Wenn es mit unserem Verstehen
und unseren Kräften zu Ende ist,
dann lass uns nicht umkommen!
Nein, dann lass uns deine Nähe und deine Liebe spüren!

Matthäus 26,36

Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hierher, solange ich dorthin gehe und bete. Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, dass dieser Kelch vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.

Gedanken zum Text

Judas küsst Jesus - Kreuzweg St. Vinzenz KletthamKennen wir dies nicht zu gut? Vielleicht besonders in der jetzigen Zeit? Verzweifelt fragt man, weshalb geschieht das gerade? Weshalb passiert dies ausgerechnet mir?
Lieber Gott, lass diesen Kelch an mir vorübergehen.
Und wie fühlen wir uns in solchen Situationen? Allein gelassen - so wie Jesus.
Gleichzeitig kennen wir aber auch selbst die Situation der Jünger. Jemand bittet uns einfach nur ihm oder ihr beizustehen. Aber es fällt uns schwer die Energie dafür aufzubringen. Insbesondere, wenn es um etwas so scheinbar einfaches geht, wie Beten.

Mir fällt es insbesondere in der jetzigen Zeit schwer, in der ich nicht in den gemeinsamen Gottesdienst gehen und mit anderen zusammen beten kann. Zuhause sich einen Gottesdienst bewusst am Fernsehen anzusehen und diesen innerlich auch wirklich mitzufeiern fällt schwer. Ich will es anders machen.

Diese Zeilen aus dem Evangelium helfen an solchen Situationen nicht zu verzweifeln. Denn ich weiß, selbst Jesus kannte die Verzweiflung und auch den Jüngern fehlte die Kraft.

 Markus 15,20-21

Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine Kleider an. Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten.
Und zwangen einen, der vorüberging, Simon von Zyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage.

Gedanken zum Text

Jesus fällt unter dem Kreuz - Kreuzweg St. Vinzenz KletthamEin schönes Bild, oder? Auch in der schwierigsten Lage gibt es eine Hand die hilft. So ist es auch in unserem Kreuzweg zu sehen.

Aber eigentlich kannte Simon von Zyrene Jesus gar nicht - so geht es aus dem gerade gehörten Text hervor. Simon hatte seine Arbeit getan, er ist auf dem Weg nach Hause und begegnet dem traurigen Zug der Verurteilten – für ihn wohl ein gewohnter Anblick.
Die Soldaten machen von ihrem Recht der Zwangsverpflichtung Gebrauch und legen dem rüstigen Mann das Kreuz auf.

Ich denke mir, welcher Widerspruch muß sich in ihm geregt haben, daß er plötzlich in das Schicksal dieses Verurteilten verwickelt wird! Er tut, was er muß - sicherlich widerstrebend.

Interessant finde ich an diesem Text, dass der Evangelist Markus Simon selbst und dessen beiden Söhne beim Namen nennt. Offensichtlich waren den damaligen Lesern alle drei bekannt. Wenn wir annehmen, dass die Leser Christen waren - wer hätte sich sonst für dieses Buch interessiert - lässt dies den Schluss zu, dass die 3 genannten Personen selbst Christen waren.
D.h., aus der unfreiwilligen Begegnung mit Jesus Christus ist Glaube geworden. Der Zyrenäer hat im Mitgehen und Mittragen erkannt, daß es Gnade war, mit diesem Gekreuzigten zu gehen und ihm beizustehen.

Vielleicht hat das Geheimnis des leidenden und schweigenden Jesus ihn ins Herz getroffen. Jesus, dessen göttliche Liebe allein die ganze Menschheit erlösen konnte und
kann, will doch, daß wir sein Kreuz mittragen, um zu vollenden, was an seine Leiden noch fehlt.
Sooft wir also einem Leidenden, einem Verfolgten und Ohnmächtigen in Güte begegnen und ihm sein Leid zu tragen helfen, sooft tragen wir Jesu eigenes Kreuz mit. So empfangen wir Heil und dürfen selbst zum Heil der Welt beitragen.

Fürbitten:

Guter Gott, zur Zeit leben wir wegen der Corona-Pandemie alle in großer Unsicherheit. Wir bitten Dich:

Für alle Menschen, sie sich mit ihrem Schicksal allein gelassen fühlen oder sich verraten fühlen.
Guter Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die für Recht und Gerechtigkeit einstehen, die nicht ängstlich schweigen, die mit tragen was nicht zu ändern ist.
Guter Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die jetzt Verantwortung tragen müssen, dass sie für sich und die Anderen die richtigen Entscheidungen treffen.
Guter Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die nicht aufhören, den Glauben mit Anderen zu teilen.
Guter Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die gerade jetzt das Leben am Laufen halten, angefangen von Schwestern und Pflegern bis hin zu der Kassiererin / dem Kassier im Einkaufsladen, dass sie ihren Einsatz nicht selbst mit Ansteckung und einem schwerem Krankheitsverlauf bezahlen müssen.
Guter Gott, wir bitten dich erhöre uns.

Guter Gott, im Vertrauen auf Dich fassen wir alle unsere Bitten und auch unseren Dank zusammen in dem Gebet, das Du uns gelehrt hast.

Vater unser

Schmetterling aus dem Kreuzweg in St. Vinzenz Klettham

Der Gründonnerstag leitet das Gedenken an die Leidenszeit Jesus Christus ein - auch als Gemeinschaft und Kirche ist dies zu spüren. Üblicherweise sind wir mit dabei, wenn der Altarraum leergeräumt wird und ohne Kerzen, schmucklos im Dunkeln verlassen wird. Bis Ostersonntag hören wir kein Glockenläuten

Dieses Jahr werden wir diese Leidenszeit vielleicht noch stärker mit empfinden. Denn wir können uns nicht begegnen und uns direkt gegenseitig stützen. Das einzige, was uns bleibt ist das Gebet zu Hause im Gedenken an das Leiden und Sterben Jesu Christi als auch an unsere Liebsten, wo immer sie gerade sind.

Aber es ist nicht nur die Trauer, die uns führen soll. So wie der Schmetterling in unserem Kreuzweg in der Pfarrkirche, so dürfen wir uns Hoffnung machen auf die Auferstehung Jesus Christus und heuer besonders auf ein hoffentlich baldiges persönliches Wiedersehen in unserer Pfarrei.

 

Segen (Gotteslob 11,5):

Bleibe bei uns
am Abend des Tages

am Abend des Lebens
Bleibe bei uns
mit deiner Gnade und Güte,
mit deinem heiligen Wort und Sakrament,
mit deinem Trost und Segen.
Bleibe bei uns,
wenn über uns kommt
die Nacht der Trübsal und Angst,
die Nacht des Zweifels und der Auferstehung,
die Nacht des bitteren Todes.
Bleibe bei uns
und bei allen deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

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